Editionen in der Kritik 1

Editionen in der Kritik 1

Hans-Gert Roloff (Hg.)

Editionen in der Kritik 1

Editionswissenschaftliches Rezensionsorgan

Berliner Beiträge zur Editionswissenschaft, Band 6

ISBN
9783896934529
Erschienen
2005
Sprache
Deutsch
Bindung
Taschenbuch, broschiert
Seiten
326
Format
14,8 × 21,0 cm (B × H)
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Preis
42,00 €

Zum Inhalt

In den letzten dreißig Jahren hat sich die Editionswissenschaft in breitem Umfang entfaltet. Das gilt nicht nur für die theoretischen Diskussionen, sondern mindestens ebenso, wenn nicht sogar in weit stärkerem Maße, für die Praxis des Edierens, und zwar auf allen Gebieten. Im Bereich der wissenschaftlichen Publikationstätigkeit decken die Editionen ein zunehmend wachsendes Gebiet ab. Das dürfte allgemein als erfreuliche Bereicherung und Erweiterung unserer historischen Kenntnisse empfunden werden und bezeugt letztlich den ‚Schlenk‘ der Geisteswissenschaften zur kritischen Grundlagenforschung.
Editionen sind im Vergleich zu monographischen Publikationen nicht nur raumgreifender, sondern auch materialbezogener. Die wissenschaftliche Aufbereitung der Quellen verlangt ein hohes Maß an Objektivität und philologischer Kritik, um den Erwartungen der Wissenschaftler, die die Quellen historisch-systematisch auswerten, mit zuverlässigen und material- und informationsumfassenden Ausgaben zu entsprechen. Aber die moderne Edition – gleich, welchen Publikationsmediums sie sich bedient – soll nicht nur den Wissenschaftler, sondern auch den literarisch, historisch, fachspezifisch interessierten Leser ansprechen, freilich nicht in der Weise, daß man ihm Ausgaben zuweist, die auf seine vermeintlich fachfremden Interessen zugeschnitten sind und in denen von den Herausgebern Selektionen betrieben werden, die jeder sinnvollen Textvermittlung spotten.
Wissenschaftliche wie sogenannte populäre Ausgaben sind in der letzten Zeit in ihren Publikationsusancen über vernünftige Erwartungen teilweise sehr weit hinausgegangen und haben dadurch einerseits Überdruß am fachlichen Geklapper, andererseits Enttäuschung über die Belanglosigkeit der Textvorlage hervorgerufen. Jeder Editor steht freilich bei seinem Projekt vor der Aufgabe, die allgemeinen theoretischen Erfordernisse und Erwartungen an eine Edition mit den materialen Gegebenheiten der Überlieferung und der Funktion der Publikation in Ausgleich zu bringen.
Das führt meistens dazu, daß jede Ausgabe ein eigenes, nicht immer unkompliziertes Modell darstellt; eine Vielzahl der Modelle aber führt letztlich deren Benutzer in Verwirrung und sorgt für seine Aversionen.
Das Editionswesen ist wissenschaftsgeschichtlich zu wichtig, als daß es als offenes Experimentierfeld betrieben wird, auf dem seltene, scheinbar bizarre Gewächse undiskutiert sprießen dürfen, und die in der weiteren Öffentlichkeit, die meist nicht sachkundig genug ist, dazu führen, diesen gewichtigen Zweig der geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung für skurril und versnobt zu halten. Das derzeitige Rezensionswesen lehrt, daß Editionen nur in Ausnahmefällen eine editorisch kompetente Besprechung erfahren und ganz selten einer angemessenen editionswissenschaftlichen Kritik in vollem Umfang unterzogen werden.
Das aufblühende Editionswesen benötigt für die Zukunft weniger theoretische Spezifizierungen als vielmehr eine kontinuierliche und umfängliche Diskussion der praktischen Editionsleistungen. Das kritische Gespräch hierüber mit seinen editorischen ‚Für-und-Widers‘ dürfte die Praxis des Editionswesens nachhaltig fördern und dessen System konkret weiterentwickeln.
Für dieses Gespräch ist die Publikationsreihe „Editionen in der Kritik“ gedacht; sie erscheint in loser Folge, aber mit gezählten Bänden in der Serie „Berliner Beiträge zur Editionswissenschaft“. Die Publikation ist dem Berliner editionswissenschaftlichen Konzept der Interdisziplinarität und Internationalität verpflichtet.
Die Disziplinen, von denen Editionen rezensiert werden sollen, sind Anglistik, Geschichte, Germanistik, Klassische Philologie, Mittel- und Neulateinische Philologie, Philosophie/Soziologie, Romanistik, Theologie, Musikwissenschaft und Kunstwissenschaft.
Jeder dieser Bereiche untersteht einem Koordinator. Seine Aufgabe ist es, die zu rezensierenden Editionen internationaler Provenienz zu bestimmen und möglichst auch den dafür kompetenten Rezensenten zu gewinnen.
Berücksichtigt werden sollen alle Arten von Texteditionen, nicht nur sogenannte ‚wissenschaftliche Ausgaben‘, denn in steigendem Maße nehmen sogenannte Lese-Ausgaben und Studien-Ausgaben die Position sogenannter wissenschaftlicher Ausgaben ein, ohne aber zuverlässig konstituierte Textfassungen zu bieten.
Editionswissenschaftliche Abhandlungen werden in EDK nicht aufgenommen; sie haben in „editio“ oder einer anderen wissenschaftlichen Fachzeitschrift ihren Platz. Im Zusammenhang mit der Rezension können aber weiterführende Erörterungen bzw. Erwiderungen, die von der zu rezensierenden Ausgabe oder deren Rezension ausgehen, entsprechend veröffentlicht werden.

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