Zum Inhalt
Musik ist in Filmen gewohnheitsmäßig zu einem Verstärker geworden, der angeblich die Wirkung steigert, dessen Qualität aber oft gleichgültig bleibt. Dietrich Stern reißt die Musik im Film aus dem Dämmerschlaf des unbewussten Hörens. Er spricht bewusst von Musik im Film anstatt von „Filmmusik“ und beschreibt sie als einen konstruktiven, eigenständigen Bestandteil des Gesamtkunstwerks Film. Historisch knüpft diese theoretische Neuausrichtung am Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre an. Am künstlerischen Material demonstriert Stern die Bedeutung des weit entwickelten, autonomen Elements Musik. Die Musikkonzepte von Godard, Kurosawa, Haneke, Scorsese, Fellini, Sofia Coppola und anderen knüpfen an der offenen Situation zu Beginn der Tonfilmära an. Sie ergänzen im künstlerischen Film das Sehen um das Hören. In Sterns Entwurf einer neuen Theorie der Musik in Stummfilm und Tonfilm werden sie ausführlich porträtiert