Zum Inhalt
Die von Holger Kuße geprägte kulturwissenschaftliche Linguistik hat sich als theoretisch fundierter und interdisziplinär anschlussfähiger Ansatz etabliert. Dieser Band vereint elf Fallstudien, die das eindrucksvoll belegen. Im Zentrum stehen aktuelle gesellschaftliche Transformationsprozesse und ihre sprachliche Verhandlung: Inwiefern erfahren historische Narrative und kulturelle Konzepte in Zeiten politischer Umbrüche eine Revitalisierung und neue Deutung? Welche Auswirkungen hat der Krieg gegen die Ukraine auf den Wandel des Sprachprestiges? Und was bedeutet das für Prozesse sprachlicher Selbstidentifizierung in Diasporakontexten sowie für die Neuausrichtung des Sprachunterrichts? Mit welchen linguistischen und paralinguistischen Mitteln wird Charisma im Diskurs konstruiert? Und wie werden das „Eigene“ und das „Fremde“ sprachlich inszeniert? Die Beiträge in diesem Band fügen sich zu einem Netz, das die enge Verflechtung von Sprache, Kultur, Diskurs und Gesellschaft sichtbar macht.