Sebastian Brant (1457–1521)

Sebastian Brant (1457–1521)

Hans-Gert Roloff (Hg.), Jean-Marie Valentin (Hg.), Volkhard Wels (Hg.)

Sebastian Brant (1457–1521)

Memoria, Band 9

ISBN
9783896935175
Erschienen
2008
Sprache
Deutsch
Bindung
Taschenbuch, broschiert
Seiten
330
Format
14,8 × 21,0 cm (B × H)
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Preis
40,00 €

Zum Inhalt

Zu den größten Berühmtheiten des 16. Jahrhunderts gehört Brant mit seinem Narrenschiff, das 1494 erschien und sehr schnell zu den meistgedruckten Büchern seiner Zeit gehörte. Durch die lateinische Übersetzung Jacob Lochers (1497) dehnte sich dieser Ruhm über ganz Europa aus. In seiner Zeit war Brant jedoch nicht nur als Autor bekannt, sondern auch ein berühmter Jurist. Als Syndikus seiner Heimatstadt Straßburg war Brant ein einflussreicher Politiker.
Die in diesem Band versammelten Studien dokumentieren das breite Interesse, das Brant mittlerweile in der Forschung findet. Längst ist es nicht mehr ausschließlich das Narrenschiff, dem die alleinige Aufmerksamkeit gilt. Spätestens mit Thomas Wilhelmis Ausgabe der Kleinen Texte steht der Forschung ein wichtiges Instrument zur Verfügung, das zahlreiche Texte Brants zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.
So eröffnet auch Thomas Wilhelmi den Band mit seinen „Beiträgen zur Biographie“, die ein anschauliches Bild der Lebensumstände Brants in seinen Basler und Straßburger Jahren vermitteln, angereichert durch zahlreiche neue Archivfunde und Details. Matthieu Arnold widmet sich in seinem Beitrag zum Antiklerikalismus der höchst wichtigen Frage, wie das Werk von Geiler und Brant in Hinsicht auf die Reformation verstanden werden kann. Dietz-Rüdiger Moser stellt beide Autoren aus theologischer Perspektive in einen liturgischen Zusammenhang, wenn er zeigen kann, dass die Rezeption von Augustinus’ Zwei-Staaten-Modell für beide der Hintergrund ist, vor dem die Satire des Narrenschiffs und des komplementären Schiffes der Penitenz zu verstehen ist. Michael Rupp untermauert in seinem folgenden Beitrag die Ergebnisse Mosers an einer konkreten und detaillierten Analyse der Widmungsgedichte Brants zu den Augustinus-Ausgaben und ihren Holzschnitten. Ulrich Gaier schließlich widmet sich in seinem Beitrag nicht nur dem theologischen, sondern auch dem philosophischen Hintergrund des Narrenschiffs, indem er Brant innerhalb der platonischen Tradition, wie sie Ficino wieder erschlossen hatte, verortet. Michael Schilling, der die Flugblätter Brants geschlossen zusammenstellt, befragt diese auf ihre mediengeschichtliche Situierung hin. Eine besondere Rolle in diesen Flugblättern spielt der Türkenkrieg, der im Zentrum des folgenden Beitrags von Jean Schillinger steht. Ausführlich und detailliert rekonstruiert Schillinger das Bild der Türken und den an Maximilian gerichteten Aufruf zum Kreuzzug. Klaus-Peter Schroeder gibt einen Einblick in Brants Schaffen als Jurist und in das berufliche Umfeld, in dem Brant als Jurist und Stadtschreiber gelebt und gearbeitet hat. Der Beitrag von Cora Dietl beschäftigt sich mit dem Tugent Spyl, das trotz seiner spektakulären Wiederentdeckung und Edition der literaturwissenschaftlichen Erschließung harrte – ein Missstand, dem Dietl jetzt mit ihrer Interpretation und Kontextualisierung des Tugent Spyls abgeholfen hat. Hélène Feydy analysiert die Schreibstrategien Brants, während sich Joachim Knape der Autorrolle und den „rhetorischen Stimmen“ zuwendet, mit denen Brant im Narrenschiff zum Leser spricht. Es folgt schließlich ein Beitrag Frédéric Hartwegs zur englischen Rezeption des Narrenschiffs.
So ist in diesem Band nicht nur ein breites Spektrum von Disziplinen versammelt – Theologen, Historiker, Literaturwissenschaftler, Sprachwissenschaftler und Rechtshistoriker –, sondern dieser Band ist auch ein Dokument der französisch-deutschen Zusammenarbeit in der Brant-Forschung.

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