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Wenn drei Wochen Strandurlaub schon genügen, um den IQ um 20 Punkte zu senken, dann wollen wir mit diesem Buch etwas dagegen tun. Die Beiträge dieses Sammelbandes beleuchten das Thema Reisen aus den Blickwinkeln sehr unterschiedlicher Disziplinen. Ortswechsel sind naturgemäß mit Bewegung verbunden. Der Mensch tritt in einen neuen Kontext, in eine neue Phase ein.
Die daraus resultierenden Begegnungen bringen ihrerseits Effekte für die Begegnenden mit sich. Bereits im Vorfeld eines Ortswechsels lassen sich unterschiedliche Motivationen aufzeigen, die vom Wunsch nach Erholung und Zerstreuung über die Suche nach wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn oder die Absicht, in Krisensituationen zu intervenieren, bis zum Überlebenswillen von Flüchtlingen reichen können. Aber auch die Fortbewegung selbst, der Weg und das Erleben desselben ist im Fokus unterschiedlicher Forschungsinteressen. Literaturwissenschaft und Geschichte, Psychologie, Semiotik, Ethnologie, ja auch Theologie und Physik sind an diesen Diskursen beteiligt. Bei näherer Betrachtung der Phänomene des Reisens und Ortswechsels wird deutlich, daß die unterschiedlichen akademischen Ansätze oft untrennbar miteinander verbunden sind. Von ihrer jeweiligen Warte aus versuchen sie zu verstehen, warum und wie Menschen Ortswechsel vollziehen, seien sie Urlauber, Forscher oder Flüchtlinge.