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Dem Autismus wird in der Wissenschaft und im Alltag eine besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht. Der Autor hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wurzeln und die wechselvolle Geschichte des Autismus bis in die Gegenwart einer vielseitigen Analyse zu unterziehen. Das Ergebnis wird dem Leser in essayistischer Form sowohl wissenschaftlich als auch allgemeinverständlich dargelegt. Da die Gegenwart stets auch aus der Vergangenheit zu verstehen ist und insbesondere die Repräsentanten der Neuropsychiatrie einem Zeitgeist unterliegen, so wie sie diesen gleichzeitig mit gestalten, wird vor allem auf das Lebenswerk von Karl Ludwig Kahlbaum, der das Krankheitsbild der Katatonie und den Negativismus beschrieb, auf Emil Kraepelin, der den psychischen Krankheiten eine neue Ordnung verlieh, auf Eugen Bleuler, der den Begriff der Schizophrenie und des Autismus einführte, auf Hans Asperger, der auf die autistischen Psychopathen im Kindesalter hinwies, und auf Leo Kanner, der den frühkindlichen Autismus darstellte, hingewiesen. Dabei wird deutlich, dass die Kenntnis um die Entstehung, um die Inhalte, die Definition, die Klassifikation und die praktische Bedeutung des Autismus und des Asperger-Syndroms auch gegenwärtig noch nicht zum Abschluss gekommen ist. Für die Betroffenen, deren Eltern und Angehörige, für die Wissenschaftler und für die Gesellschaft insgesamt handelt es sich um eine immerwährende Herausforderung in Theorie und Praxis.