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Verbrechen lohnt sich, zumindest literarisch, und diesen Beweis führt jeder neue Kriminalroman auf der Bestsellerliste. Doch der Krimi hat mehr als den Titel “populärstes Genre des 20. Jahrhunderts” zu bieten. Er ist die Vorschule des Modell-Lesers, das Reflexionsmedium für gesellschaftliche Zustände und Indikator ihres Wandels, in ihm werden Geschichtsbilder propagiert und popularisiert und nicht zuletzt Sinndeutungen für vermeintlich Sinnloses geliefert. Den Krimi als literarisches bzw. mediales Ereignis und soziales Phänomen untersuchen in diesem Band sechzehn Autorinnen und Autoren aus der Sicht der Literatur-, Film- und Geschichtswissenschaft, der Soziologie und der Stadtforschung. Der Bogen spannt sich dabei vom Serienmord über arktische Flucht – hinein in historische und urbane Simulationsräume und macht weder vor nationalliterarischen noch fachlichen oder medialen Grenzen halt.