Zum Inhalt
Figuren der Hochstapelei faszinieren als Meister:innen der Verstellung. Ob in Literatur, Film oder Realität – sie inszenieren sich virtuos und entlarven die Oberflächlichkeit einer Gesellschaft, die sich von Äußerlichkeiten blenden lässt. Sie stellen soziale Grenzen infrage und verkörpern einen subversiven Geist, der den Wunsch nach Ausbruch widerspiegelt. Doch was poetisch bewundert wird, ist real oft justiziabel und hat zerstörerische Folgen für die Betrogenen. Dieser Band nähert sich der Hochstapelei als kultureller Praxis der Gegenwart. Welche gesellschaftlichen, kulturellen und medialen Bedingungen begünstigen das Hochstapeln? Und was bedeutet es für die Identitätsarbeit in der Moderne, wenn die Grenzen zwischen Sein und Schein verschwimmen? Anknüpfend an bisherige Forschungsdiskussionen versammeln die literaturwissenschaftlichen und literaturdidaktischen Beiträge Antworten auf diese Fragen. Darüber hinaus beleuchten sie die enge Verknüpfung von Fiktion, Täuschung und Selbstinszenierung.