Zum Inhalt
Es geht in diesem Buch um Fragen des Schönen unter vorwiegend unschönen gesellschaftlichen Verhältnissen. Dazu gehört das weite Feld des „barbarischen Ästhetizismus“ (Thomas Mann) – innerhalb wie auch außerhalb der künstlerischen Avantgarde. Eine erste historische Konzentration und Zuspitzung erreicht dieses Problem im deutschen wie italienischen Faschismus. Die in dieser Phase von Walter Benjamin kritisierte „Ästhetisierung der Politik“ reicht aber auch darüber hinaus. Sie spielt heute eine große Rolle; diese Rolle wächst sogar, entsprechend der sich verschärfenden ökonomisch-gesellschaftlichen Krise – mit wachsender Arbeitslosigkeit, Kriegsbereitschaft und Kriegen unter dem Deckmantel von Demokratieexport u.a.m.). Darüber hinaus kommen hier mit einem weit gefächerten, differenzierten interdisziplinären Herangehen aber auch andere aktuelle Aspekte des Vorrangs von ‚Form’ vor ‚Funktion’, der verschleiernden Ästhetisierung des Alltags wie auch des Schönen und Populären ins Blickfeld.