Zum Inhalt
Gedichte und Lieder transportieren Geschichte und Lebensgefühl besser als jede wissenschaftliche Abhandlung. Die türkische Kultur scheint dabei aus einem „ewigen Brunnen“ zu schöpfen, der einen besonderen Zugang zu ihr ermöglicht. Wolfgang Günter Lerch widmet sich den facettenreichen Traditionslinien der türkisch-osmanischen Poesie. In einer kleinen Tour d’Horizon führt er vom traditionellen Volkslied zur Arabesk-Musik, vom Kunstlied und religiösen Hymnus bis zur hohen Dichtung und zur modernen türkischen Lyrik. Er zeigt, wie moderne Dichter wie Asaf Halet Ҫelebi und Nâzım Hikmet von der Mevlevi-Tradition nach Rumi beeinflusst wurden oder sich gezielt von ihr abgrenzten. Lerch offenbart „hüzün“, die Melancholie, als ein zentrales türkisches Lebensgefühl. Nicht zuletzt widmet er sich der poetischen Welt der Bektaschi und Aleviten.