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In einer Zeit, in der „Reform“ rabiaten Kultur- und Sozialabbau bedeutet, und solcher Rückschritt wiederum von Kräften vertreten wird, die sich „Modernisierer“ nennen und dergleichen als „Modernisierung“ propagieren bzw. „verkaufen“, gerät die Moderne, die rückschrittlichen Kräften stets verdächtig war, generell und mit rückwirkender Kraft in zusätzliches Zwielicht.
Der vorliegende Band versucht in einem weit gefächerten, differenzierten interdisziplinären Herangehen, dieses Zwielicht zu erhellen und die Konturen dessen, was Moderne und Antimoderne konkret waren und sind, möglichst deutlich in historischer Dimensionierung anhand von Modellen herauszuarbeiten und stofflich wie methodisch-begrifflich die Kategorie der Moderne genauer zu fassen.
Von der Gegenwart her wie von einer Vergangenheit, deren Aktualität fortdauert, mag das Buch mindestens indirekt auch zur Erhellung zukunftsweisender Perspektiven beitragen: Die gegenwärtig herrschende Form der Moderne ist nicht die einzige Möglichkeit eines Fortschritts, der sozial und nicht wirtschaftsliberal, humanistisch und nicht technokratisch zu fassen wäre.