Zum Inhalt
Herman Melville (1819–1891) ist von den Ereignissen und Figuren des Amerikanischen Bürgerkrieges tief beeindruckt. Aus dem Versuch, sie dialektisch-poetisch zu erfassen und ihren Sinn zu ergründen, entstehen mitten im Kriegsgeschehen die 1866 veröffentlichten Schlacht-Stücke und Aspekte des Krieges (Battle-Pieces and Aspects of the War).
Der Gedichtzyklus liegt hier erstmals vollständig in rhythmisch gestalteter, reimfreier Übertragung vor. Ausführliche Übersetzungs- und Texterläuterungen sowie ein Glossar zum Bürgerkrieg erleichtern den Zugang zu diesem faszinierend vielschichtigen Werk. Für die dichterische „Gegenwartsbewältigung“ schafft Melville eine Sprache, die früh auf die Moderne vorausweist. Von Brüchen, Gegensätzen und unterschiedlichen Stimmen geprägt, entsteht eine vieldeutige, ambivalente Kriegslyrik, mit der er gegen das apokalyptische Chaos des Krieges anschreibt. Zugleich reflektiert er fortwährend die Verbindung von Ästhetik, Gewalt und Ethik. Gerade deshalb haben die Schlacht-Stücke nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.