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Der Wasserfall gehört zu den eindrucksvollsten Motiven der russischen Lyrik. Dieser Band thematisiert die Geschichte und Poetik des Wasserfall-Motivs von der Mitte des 18. bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts. Untersucht werden 51 „Wasserfall-Gedichte“ von 39 Autorinnen und Autoren, darunter G. Deržavin, E. Boratynskij, F. Tjutčev, Vl. Solov'ëv, I. Bunin, Vl. Chodasevič, N. Zabolockij und N. Matveeva. Im Mittelpunkt stehen die Entstehung des Neologismus vodopad („Wasserfall“), die Entwicklung des Wasserfall-Motivs in der russischen Lyrik, seine Verbindung mit dem vierfüßigen Jambus, die Erweiterung poetischer Lexik und Bildlichkeit sowie die Strophik der Gedichte. Dabei veranschaulicht die Studie das Spannungsverhältnis von Tradition und Innovation in der Poetik dieser Texte. Ein Anhang mit Interlinearübersetzungen von Ulrich Steltner macht zahlreiche Gedichte erstmals auf Deutsch zugänglich. Das Buch wendet sich über die Slawistik und Germanistik hinaus an alle, die sich für russische Literatur und Kultur sowie ihre Geschichte interessieren.