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Dieses Buch bietet einen systematischen Überblick über Leichte Sprache, Einfache Sprache und Leichte Sprache Plus als unterschiedliche, funktional komplementäre Antworten auf kommunikative Barrieren. Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen Verständlichkeit und Akzeptabilität: Leichte Sprache erscheint als hochsichtbares, teils stigmatisierendes Format, Einfache Sprache als sozial unmarkierte, für viele Adressat(inn)en aber nicht hinreichend entlastende Varietät, während Leichte Sprache Plus die „leere Mitte“ zwischen beiden ausbalanciert. Das Buch diskutiert die Normierungsprozesse rund um Leichte und Einfache Sprache und zeigt, wie Standards und Spezifikationen das Feld institutionalisieren und zugleich die Zielgruppen einengen. Es zeichnet nach, wie Barrieren aus Texten entfernt werden können, bezieht multimodale und mündliche Formate ein und beschreibt KI-gestützte Tools als Zäsur: Sie beschleunigen die Produktion verständlichkeitsoptimierter Texte, erfordern aber sorgfältige Qualitätssicherung und werfen neue ethische Fragen auf.